TU Braunschweig und MHH gründen gemeinsames Institut für Medizinische Informatik

Peter L. Reichertz Institut steht für Forschung mit internationaler Bedeutung

Das Fach Medizinische Informatik ist sowohl für die Technische Universität Braunschweig als auch für die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) von erheblicher Bedeutung für Forschung und Lehre, an der MHH ebenso in der Krankenversorgung bei der strategischen Weiterentwicklung ihres Informationssystems. Die beiden Institutionen haben deshalb mit Unterstützung des Landes Niedersachsen einen Vertrag über den Aufbau eines gemeinsamen Instituts für Medizinische Informatik als “Dach-Institut“ beschlossen. Geschäftsführender Direktor des neuen Instituts ist Professor Dr. Reinhold Haux, TU Braunschweig, sein Stellvertreter ist Professor Dr. Herbert Matthies, Leiter der Medizinischen Informatik an der MHH. Die neue Einrichtung trägt den Namen „Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik“.

Professor Dr. Peter L. Reichertz (1930 – 1987) war der erste Lehrstuhlinhaber für Medizinische Informatik an der MHH und an der TU Braunschweig federführend beim Aufbau der Medizininformatik-Ausbildung für Studierende der Informatik. Er gilt weltweit als einer der Pioniere des Fachs, noch heute haben sein Name und sein Werk international ein hohes Renommee.

Die beiden Hochschulen versprechen sich langfristig erhebliche Synergie-Potentiale aus dieser Verbindung und gehen davon aus, dass mit einem solchen gemeinsamen Institut auch eine über die Medizininformatik hinausgehende weitergehende interdisziplinäre Forschung zwischen der TU Braunschweig und der MHH stimuliert wird. Das Institut mit Standorten in Braunschweig und Hannover ist außerdem international schlagkräftiger mit besseren Möglichkeiten zur Einwerbung von Drittmitteln. Auch die Möglichkeiten für „e-Learning“ könnten noch besser genutzt werden.
Für die TU Braunschweig und die Medizinische Hochschule Hannover war es nahe liegend,

Kooperationsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Medizinischen Informatik im Sinne eines regionalen „Exzellenzcluster“ zu prüfen, insbesondere um international konkurrenzfähige Forschung und hochrangige Lehre durch eine solche Kooperation besser gewährleisten zu können. Entsprechende Empfehlungen gab es bei beiden Hochschulen für Lehre und Forschung in den Gutachten der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen.

Es ist abzusehen, dass bei der zukünftigen Entwicklung der beiden Hochschulen die Bedeutung der Medizininformatik eher noch zunehmen wird. Dies gilt auch entsprechend für die gesellschaftliche Relevanz des Faches für das Land Niedersachsen, sowohl im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung seiner Bürger als auch in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Auch für Niedersachsen ist das Gesundheitswesen mit 24,8 Milliarden Euro im Jahr an produzierten Leistungen und Gütern und mit rund 385.000 Arbeitsplätzen einer der wichtigen Wirtschaftsfaktoren des Landes. Ein gutes, modernes Gesundheitswesen trägt erheblich zur Lebensqualität der Bevölkerung bei. Neue Informatik-Produkte und Dienstleistungen sind hierfür wesentlich. Zudem können dadurch Arbeitsplätze geschaffen und im Land gehalten werden.

Aus Sicht des Landes sollen die Hochschulen Niedersachsens in ihrer Differenzierung und ihren unterschiedlichen Profilen angesichts der internationalen Wettbewerbssituation in allen ihren Aufgabenbereichen für ihre zukünftige Entwicklung vor allem in ihrer Gesamtheit gesehen werden. Besonders bei den derzeit knappen finanziellen Ressourcen wird der Aufbau standortübergreifender Institute, die im internationalen Wettbewerb besser bestehen können und die für die jeweiligen Hochschulen Synergiepotentiale bieten, nachdrücklich befürwortet.

Letzte Aktualisierung am: 29. Juni 2009